Johannes Paul II – Wir betreten den Weg der Liebe!

Wir betreten den Weg der Liebe!

Wenn nämlich das Leben der Christen in der Erfüllung des größten Gebotes besteht, in der Liebe zu Gott und dem Nächsten, so findet diese Liebe ihre Quelle gerade im allerheiligsten Altarssakrament, das ja auch oft Sakrament der Liebe genannt wird.

Die Eucharistie zeigt diese Liebe an, sie erinnert uns daran, setzt sie gegenwärtig und verwirklicht sie zugleich. Immer wenn wir an der Eucharistie bewußt teilnehmen, öffnet sich unser Herz tatsächlich dieser unergründlichen Liebe, die in sich alles umfaßt, was Gott für uns Menschen getan hat und noch fortwährend tut, nach den Worten Christi: «Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk.» In Verbindung mit diesem unermeßlichen, freien Geschenk der göttlichen Liebe, die sich bis zum äußersten im erlösenden Lebensopfer des Sohnes Gottes offenbart hat, das in der Eucharistie ein bleibendes Zeichen gefunden hat, wird auch in uns als lebendige Antwort die Liebe geboren. Wir lernen nicht nur die Liebe kennen, sondern wir selbst beginnen zu lieben. Wir betreten sozusagen den Weg der Liebe und machen auf diesem Wege Fortschritte. Die Liebe, die in uns aus der Eucharistie entsteht, entfaltet sich, vertieft und verstärkt sich durch sie. Die eucharistische Frömmigkeit ist also ein wahrer Ausdruck jener Liebe, die das echte und tiefste Merkmal der christlichen Berufung bildet. Diese Frömmigkeit entspringt der Liebe und dient der Liebe, zu der wir alle in Jesus Christus berufen sind. Eine lebendige Frucht dieser Frömmigkeit ist die Vervollkommnung des Bildes Gottes, das wir in uns tragen und das mit dem Bild übereinstimmt, das Christus uns offenbart hat. Indem wir so den Vater «im Geist und in der Wahrheit» anbeten, wird unsere Einheit mit Christus immer vollkommener, sind wir mit ihm immer enger verbunden und – der Ausdruck sei mir erlaubt – werden wir immer solidarischer mit ihm.